Das Pulvermaar: Auszeit in unergründlichen Tiefen

3.07.2019

Das Pulvermaar ist mit 72 Metern das tiefste Maar der Eifel

Es ist zehn Uhr am Morgen und das Naturfreibad Pulvermaar hat gerade erst geöffnet, weshalb noch nicht viele Badegäste da sind. Es ist für mich fast schon alltäglich geworden, im Sommer ans Pulvermaar zu gehen, und trotzdem hat der Ort für mich noch nichts von seinem Zauber verloren. So hat mich mein Weg auch gestern wieder an das tiefste der zwölf Eifelmaare geführt.

Da ich zu den ersten Badegästen gehöre, kann ich mir einen der begehrten Schattenplätze unter einem Baum sichern und breite mein Handtuch dort aus. Danach führt mich mein Weg sofort vorbei am Nichtschwimmerbecken hinunter ans Wasser des Pulvermaars. Ich blicke auf die fast kreisrunde Form des Maarsees und betrachte die glatte Wasseroberfläche. Besonders am Morgen, wenn noch wenig Betrieb herrscht, hat dieser Anblick etwas beruhigendes. Das Wasser ist so klar, dass man vor allem am flachen Uferbereich den Grund sehen kann. Das ändert sich jedoch schnell, je mehr man sich der Mitte des Maares nähert: die 72 Meter Tiefe des Pulvermaars lassen sich kaum erahnen.

Zu meiner rechten Seite rutscht ein kleiner Junge über die große Rutsche direkt ins Wasser und lacht vergnügt. Jetzt kann auch mich nichts mehr halten und ich tauche in das erfrischende Wasser ein, das sich selbst im heißesten Sommer eine angenehme Kühle bewahrt. Unter Wasser habe ich das Gefühl von vollkommener Freiheit. Ich schwimme bis zur Badeinsel, auf der sich zwei Sprungtürme befinden. Der eine ist einen Meter hoch, der andere drei Meter - sie laden zu Spiel und Spaß am Pulvermaar ein.

Ich setze mich auf den Rand der Badeinsel und lasse die Füße ins Wasser baumeln. Von hier lassen sich die Tret- und Ruderboote, die am Maar ausgeliehen werden können, sehr gut beobachten. Durch die Größe des Pulvermaars - es misst einen Durchmesser von rund 700 Metern - wirken manche Boote auf der anderen Seite des Maars nur noch wie bunte Farbtupfen. Allmählich kann man beobachten, wie sich die Liegewiese füllt. An einem so warmen Tag wie heute treibt es wieder viele Leute ans Pulvermaar, darunter sowohl Urlauber als auch Einheimische. Besonders Familien kommen immer wieder gerne hier her.

Ich erinnere mich gerne daran zurück, wie ich als kleines Kind mit anderen Kindern im Kinderbecken des Pulvermaars, welches ebenfalls mit Maarwasser gefüllt ist, gespielt habe. Mittlerweile gibt es sogar Wasserspiele für die Kinder, die gut und gerne genutzt werden. Nachdem ich mich auf einer Bank von der Sonne habe trocknen lassen bekomme ich langsam Hunger. Wie gut, dass es am Pulvermaar einen Kiosk mit zahlreichen Leckereien gibt. Besonders den selbstgebackenen Käsekuchen kann ich sehr empfehlen!

Gemeinsam mit einigen Freunden genieße ich ein Stück Kuchen vom Kiosk. Danach ist es schon wieder so warm geworden, dass ich mich nach einer Abkühlung sehne. Dieses Mal schwimme ich etwas weiter raus und genieße dabei die Natur, die mich umgibt. Ich merke, dass ich mich vollkommen entspannen kann und dass ich mir gerade bei diesem schönen Wetter keinen besseren Ort für eine Auszeit vorstellen kann als das Pulvermaar. Als ich aus dem Wasser komme fällt mir auf, in wie viele glückliche Gesichter ich blicke. Das wirkt sich auch auf mich positiv aus und meine Laune wird noch besser. Ich beschließe, es mir für die restliche Zeit mit einem guten Buch auf der Liegewiese gemütlich zu machen.

"Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät?" - Dieses Lied von Paulchen Panther erklingt am Abend aus den Lautsprechern auf der Liegewiese des Pulvermaars. Eine witzige Art, die Badegäste daran zu erinnern, dass das Bad um 20:00 Uhr schließt. Ich packe meine Sachen zusammen und betrachte für ein letztes Mal für heute das kristallklare Wasser des Pulvermaares.

Für mich zählt das Pulvermaar zu meinen absoluten Lieblingsorten im Sommer. Man kann sich dort wunderbar erholen und der Natur der Eifel ganz nahe sein. Das Maar ist deshalb der perfekte Ort für alle Naturliebhaber und Wasserratten oder auch für diejenigen, die einfach nur auf der großen Liegewiese sonnenbaden möchten.

 

Autorin: Xenia Michels

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