Schritt für Schritt zum Maare-Glück

18.05.2020

Eine Wanderung rund um die Dauner Maare

Der Mai ist da – und damit die schönste Zeit zum Wandern! Wenn die Bäume in voller Blüte stehen und rundherum ein einziges Summen von Bienen und Hummeln zu hören ist, ist die Natur endlich vollständig erwacht und zeigt sich von ihrer schönsten Seite.

Zu dieser Jahreszeit liegen die Dauner Maare fast am schönsten in der unberührten Landschaft der schroffen Vulkaneifel da. Ihr tiefblaues Wasser steht nun in besonderem Kontrast zum satten Grün der Natur. Bei solch fantastischen Voraussetzungen für’s Wandern kann mich kaum noch etwas davon abhalten, mir die Wanderschuhe zu schnappen und die Vulkaneifel zu Fuß zu erkungen. Heute soll es ein Weg werden, der schon lange auf meiner To-Do-Liste ganz oben stand: der Maare-Glück-Weg rund um die drei Dauner Maare. Die Rundtour über knapp 11 Kilometer hat ihren Start- und Endpunkt an der Tourist Information Schalkenmehren.

Kaum in Schalkenmehren angekommen, will mir das Wetter wohl erst mal einen Strich durch die Rechnung machen: Ich werde von einem kräftigen Regenschauer begrüßt. Doch darauf bin ich vorbereitet: Ich packe schnell die Regenjacke aus meinem Rucksack und greife nach dem Regenschirm. Das kann mich vom Wandern nicht abhalten! Doch auch der Regenschirm nutzt nicht viel, als tatsächlich auch noch ein Hagelschauer niedergeht – und das, obwohl ich meine Wanderung doch kaum begonnen habe. So schnell der Hagel gekommen ist, so schnell zieht er auch wieder von dannen. Der Regen bleibt jedoch. Ich lasse mich jedoch nicht beirren und folge der Wegbeschreibung – vorbei am Dorfgasthof Schmitz und hinaus aus Schalkenmehren. Der Regen lässt etwas nach, und trotzdem versperrt mir mein Schirm zunächst die Sicht auf das Schalkenmehrener Maar, was nun zu meiner linken Seite liegt. Schritt für Schritt umrunde ich das Maar und gelange zu einem steilen Anstieg. Hier bin ich nun doch froh, bei etwas Regen und mäßigen 15 Grad zu wandern, statt bei Hochsommer und Hitze…denn dieser Anstieg hat es in sich.

Doch nachdem ich diesen Anfang der Tour gemeistert habe, werde ich schnell belohnt: Der Regen lässt nach, sodass ich meinen Schirm wieder in den Rucksack packen kann und eine ungehinderte, wunderbare Sicht auf das Schalkenmehrener Maar möglich ist. Etwas trist liegt es im Moment im grauen Regen, doch das soll sich gleich ändern. Denn kaum bin ich am Maarkreuz angekommen, machen die Wolken ein wenig Platz und lassen die ersten Sonnenstrahlen hindurch. Ich lasse mich kurz auf der Bank am Maarkreuz nieder und genieße den Moment und die tolle Aussicht auf Schalkenmehren. Bei richtig sonnigem Wetter muss die Aussicht traumhaft sein, denke ich mir.

Nach einer kurzen Pause gehe ich weiter und gelange alsbald zum Maarsattel. Auf der anderen Straßenseite breitet sich bereits das nächste Maar direkt zu meinen Füßen aus: das Weinfelder Maar. Das Areal um das Maar ist mit einem Zaun und einem Drehkreuz gesichert, welches ich zunächst passieren muss. Ein Drehkreuz – wozu das denn? Na, am Weinfelder Maar kommt eine ganz besondere Landschaftspflege zum Einsatz. Esel und Ziegen sind hier fast das ganze Jahr über damit beschäftigt, die Ausbreitung von Hecken einzudämmen und das Gras um’s Maar kurz zu halten. Die tierischen Landschaftspfleger sind den häufigen Kontakt zu Wanderern gewohnt und genießen somit die ein oder andere Streicheleinheit von Spaziergängern. Bei den Ziegen handelt es sich um Burenziegen, die ursprünglich aus Südafrika kommen und dort hauptsächlich zur Fleischerzeugung gehalten werden. An ihren ursprünglichen Lebensraum sind die Ziegen bestens angepasst: sie können die widerspenstigen Laub- und Dornengewächse der Savanne verwerten. Für die dauerhafte Landschaftspflege in der Eifel sind die Burenziegen ebenfalls besonders gut geeignet, denn die Geißen müssen nicht gemolken werden. Deswegen können die Ziegen nach dem Almauftrieb, der jedes Jahr kurz nach Ostern stattfindet, viele Monate auf dem Areal verbleiben, ohne dass sie gemolken werden müssen.

Ich folge dem Maare-Glück-Weg und umrunde das Weinfelder Maar zur Hälfte. Die erste Passage nach dem Drehkreuz gefällt mir ganz besonders gut, weil hier die niedrigen Bäume in den Kronen dicht zusammengewachsen sind und somit einen grünen „Blättertunnel“ bilden. Kaum trete ich aus diesem natürlichen Tunnel heraus, liegt das Maar unmittelbar zu meinen Füßen, das Ufer kaum einen Meter entfernt. Ich kann dem Anblick nicht widerstehen und muss erneut einige Fotos machen. Nun folgt eine anstrengendere Passage: Es geht hinauf zum Dronketurm. Dazu muss erst mal eine ordentliche Steigung überwunden werden! Zum Glück ist es heute nicht allzu warm, und doch komme ich wenig ins schnaufen. Doch kaum oben angekommen, weiß ich, dass sich die paar Schweißperlen gelohnt haben: Von hier oben winkt eine fantastische Aussicht hinüber Richtung Schalkenmehren und Brockscheid. Ich lasse mich auf einer der Holzbänke nieder und genieße meinen Apfel als gesunden Snack. Danach packe ich zusammen und kann mir eines nicht entgehen lassen: eine kurze Auszeit auf der Hollywoodschaukel, von der aus man einen märchenhaften Blick hinunter auf das Gemündener Maar hat. Für mich ein richtiger Geheimtipp für den nächsten Ausflug ins GesundLand Vulkaneifel! Und auch den Dronketurm muss ich natürlich erklimmen, wenn ich nun schon hier bin. Stufe für Stufe steige ich hinauf. Nachdem sich die Regenwolken verzogen haben, kommt nun die Sonne immer wieder zwischen den Wolken hervor und sorgt für ein unvergleichliches Panorama auf die Eifel von oben. Das ist definitiv eines der Highlights der Maare-Glück-Tour!

Nach dem Abstieg vom Dronketurm führt der Weg nun stetig bergab dem Gemündener Maar entgegen. Und doch bekommt man das eigentliche Maar kaum zu sehen, denn es versteckt sich hinter den grünenden Buchen, die das Maar dicht an dicht umringen. Ich genieße diese Waldpassage und komme bald an einem Abzweig an. Hier könnte ich den Maare-Glück-Weg eine Weile verlassen, um eine Rast im Waldcafé Gemünden einzulegen. Ich entscheide mich für heute jedoch dagegen, da ich in Schalkenmehren zu Abend essen möchte, und folge weiter dem Wanderweg. Überall sind die Wegweiser gut sichtbar, sodass verlaufen schier unmöglich ist. Nach einer Weile des Weges passiere ich mehrere Angelteiche, an denen einige Angler gerade ihr Glück versuchen.

Inzwischen ist es richtig warm geworden und ich lege meine Jacke ab. Denn nun folgt nochmal ein Stück, welches mich fordern wird: Bis hoch zur L64, die das Schalkenmehrener und das Weinfelder Maar voneinander trennt, führt der Weg konstant bergauf. Für die Anstrengung wird man jedoch entschädigt: Obwohl die Landesstraße nicht weit entfernt ist, fühlt ich mich hier wie in einem ganz abgeschiedenen Fleck unberührter Natur. Ich lausche der Stille, die hier herrscht – ein wenig Vogelzwitschern und das Scharren der Pferde des Reiterhofs, ansonsten ist nichts zu hören.

Bald komme ich oben an der L64 an und überquere die Straße. Von hier ist Schalkenmehren schon zu sehen und ich freue mich schon, bald anzukommen. Vorbei an einer Weide, auf der eine Schafherde gemütlich grast, erreiche ich schnell den Ort. Zum Abschluss der Wanderung gönne ich mir ein hervorragendes Abendessen in einem der Schalkenmehrener Restaurants. So war die Maare-Glück-Tour für mich ein perfektes Wandererlebnis rund um die Dauner Maare.

Autor: Valerie Schneider

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