Viel zu entdecken im Gesundland Vulkaneifel

10.05.2017

Viel zu entdecken im Gesundland Vulkaneifel

Die Vulkaneifel ist - wie es der Name schon sagt - vor allem von der vulkanischen Landschaft geprägt. Als ich zum ersten Mal davon lese, kann ich vor meinem geistigen Auge kaum was damit in Verbindung bringen. Deshalb ist es höchste Eisenbahn, ein Wochenende in der Vulkaneifel zu verbringen. Welche Eindrücke dabei herauskommen und welche Sehenswürdigkeiten sich lohnen, folgt jetzt.

Unterwegs mit einer Landschaftsmentorin

Mit dem Begriff Landschaftsmentor können die meisten vermutlich nicht viel anfangen, deshalb ist eine Aufklärung vorab sinnvoll. Landschaftsmentoren begleiten Naturbegeisterte durch die Vulkaneifel - durch den Wald, zu Fuß, an den Maaren entlang, mit dem Fahrrad, mit Klangschale, als Kräuterwanderung und, und, und. Die Möglichkeiten sind quasi unbegrenzt, je nach Fähig- und Fertigkeiten der entsprechenden Mentoren. Marleen Item ist eine Landschaftsmentorin, die sich vor allem auf den Kontakt zur Natur spezialisiert hat.

Bei ihren Touren geht es gerne mal barfuß durch den Wald, mitten ins Gebüsch oder ins eisige Maar-Wasser. Eine ganz neue Erfahrung für lärmgeplagte Großstädter. Mit absoluter Stille umzugehen, muss der eine oder andere nämlich erstmal lernen. Marleen Item erdet einen mit ihrer ruhigen Stimme ziemlich gut. Die gelernte Heilpraktikerin nutzt fast jeden Moment, um ihre Gäste mit der Natur zu verbinden. Natürlich werden auf dem Weg auch Kräuter gesammelt, aus denen anschließend gemeinsam Kräuterbutter gemacht wird. Tolles Erlebnis!

Das perfekte Souvenir

An Souvenirs scheiden sich oft die Geister: die einen halten sie für unnütze Staubfänger, die anderen für schöne Urlaubserinnerungen. Wer beim Urlaub in der Vulkaneifel nicht auf das passende Mitbringsel verzichten möchte, wird in der Kerzenmanufaktur Moll in Manderscheid glücklich - und kauft darüber hinaus noch etwas mit regionalem Bezug. Der gelernte Wachsziehermeister und Ladenbesitzer Michael Moll bastelt so gut wie alles aus Wachs, das ihm in die Finger kommt, vorwiegend Kerzen. Ob Tierform, Wanderschuh oder „Arsch mit Ohren“ - nichts ist vor seiner Kreativität sicher.

Besonders sind vor allem die Kerzen im „Vulkanstein-Mantel“: Michael Moll formt die Hülle aus Vulkan-Asche mit den eigenen Händen und füllt anschließend Wachs hinein. Wiederbefüllbar sind die Kerzen nach ihrem Abbrennen leider nicht, aber sie lassen sich später bestens als Aschenbecher weiter verwerten. Der Renner sind die sogenannten „Tanzenden Engel“, die in ihrer Rohform lange Kerzen sind und sich während ihrer Schmelze in Figuren verwandeln, die Engeln ähneln. Super Geschenk für einen selbst oder für die Daheimgebliebenen!

Radtour um die Maare

Wer in kurzer Zeit mehr sehen möchte als auf einer klassischen Wanderung, dem sei eine „Maar-Tour“ mit dem Fahrrad ans Herz gelegt. Der bekannteste Radweg in der Vulkaneifel ist der Maare-Mosel-Radweg von Daun nach Bernkastel-Kues. Das Besondere: der Randwanderweg führt über eine ehemalige Bahntrasse, die eine maximale Steigung von nur 3 Prozent aufweist. Bei einer Gesamtlänge von rund 70 Kilometern lässt sich die Strecke für geübte Radler an nur einem Tag befahren.

Eine weitere Besonderheit sind die ehemaligen Bahntunnel. Vier Tunnel müssen Radfahrer durchqueren, dabei ist der Ex-Bahntunnel bei Daun mit 560 Metern der zweitlängste. Und Tunnel können kühl sein, sehr kühl, das spürt man vor allem an Hochsommertagen, wenn die Temperaturdifferenz zwischen Tunnel und draußen gerne mal 25 Grad beträgt. Das eigentliche Highlight entlang der Route sind natürlich die - weltweit einzigartigen - Seen vulkanischen Ursprungs, die sogenannten Maare.

Das Manderscheider Wahrzeichen

Man stelle sich einmal vor, dass der Feind nur 500 Meter entfernt sitzt, man aber in der falschen Zeit lebt, um diesen Feind ordentlich zu bekämpfen. Leider reichen die Waffen zur Hochzeit der Niederburg nicht bis zu den „bösen Nachbarn“ in der Oberburg. Und das, obwohl sie so nah erscheint. Mitte des 14. Jahrhunderts wird die Niederburg massiv belagert, doch die 70 Burgbewohner halten 2,5 Jahre der Belagerung stand. So bleibt die Burg uneingenommen.

Heute ist die Burg ein tolles Ausflugsziel in Manderscheid. Sie kann für ein paar wenige Euro Eintritt besichtigt werden, und man kann sich ziemlich frei in ihr bewegen. Kleine Anekdote: Während die sehr flachen Steintreppenstufen von anno dazu mal sich bis heute gut halten, mussten die modernen Stufen bereits dreimal erneuert werden. Ein Hurra aufs damalige Handwerk! Wer in der Gegend Urlaub macht, kommt um einen Besuch der Niederburg nicht drum herum. Highlights sind vor allem der 82 Meter hohe Bergfried, der schon weitem aus gut zu sehen ist, das „Gefängnisloch“ (vor Ort überraschen lassen!) und das faszinierende „Burg-Gerippe“.

Ein Erfinder zum Anfassen

Er ist der Daniel Düsentrieb des 21. Jahrhunderts, quasi ein Erfinder der Neuzeit. Udo Kreutz ist ein sogenannter Steampunk, der in erster Linie Lust darauf hat, alten Dingen eine neue Bedeutung zu geben. Ganz einfach ausgedrückt sammelt ein Steampunk mechanischen Schrott, baut elektronische Komponenten ein und gibt dem Ganzen somit einen futuristischen Retro-Look. Die Kunstform ist allerdings auch ziemlich praktisch: die meisten Werke von Udo Kreutz funktionieren nämlich reibungslos.

Ein Besuch bei „Titus Timeless“, wie sich Udo Kreutz in der Steampunk-Szene nennt, ist überhaupt kein Problem. Dazu muss man keinen Termin in seinem Atelier oder in seiner Werkstatt ausmachen, sondern einfach ins Hotel Restaurant Bürgerstübe in Ulmen gehen. Er ist Betreiber der Gaststätte und deshalb befinden sich dort einige Dinge zum Anschauen, aber Achtung: Nicht bei allen Werken ist Anfassen erlaubt. Als Erwachsener fühlt man sich sofort wieder in die Kindheit versetzt, wenn Titus seine Meisterwerke präsentiert. Plötzlich fangen alte Leuchtröhren an zu strahlen oder eine Glühbirne wird heller, wenn man sie anfasst. Faszinierender Typ mit einem faszinierenden Hobby!

Über mich

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Dein Deutschland-Reiseblog #1 - Unterhaltsame Artikel, authentische Fotos, kurzweilige Video-Interviews: Deutschlandjäger ist der erste und einzigARTIGe deutschsprachige Reiseblog über Deutschland. Als Deutschlandjäger bin ich ständig "auf der Jagd" nach den schönsten Reisezielen, Sehenswürdigkeiten und Ausflugstipps im eigenen Land sowie nach den schönsten Ecken vor berühmten "eigenen Haustür". Mach mal wieder Urlaub daheim!
Jan

Autor: J. Jordan

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