Eine spontane Nacht in Bad Bertrich

8.10.2017

Eine spontane Nacht in Bad Bertrich

In leicht gebückter Haltung durchquert man die Grotte und gelangt so zum Wasserfall des Elbesbaches in Bad Bertrich. Ein kleiner Wasserfall, der an seinem Fuße ein ebenso kleines Becken gebildet hat. Dessen Reiz konnte ich wie üblich nicht widerstehen und hielt mich – auch zum Fotografieren – eine ganze Zeit lang im Wasser auf.

Nun gilt es nur noch, ein kleines Stück an der L104 entlangzugehen, bis man ins Üssbachtal gelangt. Es führt ein breiter Wanderweg am Üssbach entlang, der problemlos zu begehen ist.

Es finden sich immer wieder Möglichkeiten, bis direkt an den Bach heranzukommen, auch ohne nasse Füße zu bekommen.

Der Weg profitiert sehr von der ständigen Präsenz des Baches – sowohl optisch als auch akustisch – und den abwechslungsreichen Felsformationen am Wegesrand. Es ist auch immer wieder interessant zu sehen, auf welche Art und Weise viele Bäume mit ihren Wurzeln im und am Felsen Halt hier in Bad Bertrich finden. Wahre Wurzel-Labyrinthe gibt es hier zu entdecken.

Irgendwann gelangt man an eine Schutzhütte, an der ich mich jedoch nur kurz aufgehalten habe. Mein Hauptziel war die Antoniusruh und diese erreicht man nur wenig später, in dem man – dem Hinweisschild folgend – einen schmalen Weg hinunter zum Üssbach geht.

Dabei überquert man eine kleine Brücke, von der aus ich schon mehrere Kinder sehen konnte, die sich im Wasser vergnügten. An manchen Stellen war das Wasser sogar so tief, dass zumindest die Kinder etwas schwimmen konnten.

Die Antoniusruh in Bad Bertrich ist ein wirklich wunderschöner Platz zum Verweilen. Hierfür wurde zwar extra eine Bank aufgestellt, aber ich fand es viel schöner, mich auf einen der glatten Felsen zu setzen und meine Füße im Wasser baumeln zu lassen. Dabei packte ich meine mitgebrachte Verpflegung aus und machte ausgiebig Pause. Je nachdem in welche Richtung der Wind die Baumwipfel schob, saß ich dabei manchmal im Schatten und manchmal in der Sonne.

Irgendwann musste es aber weitergehen und man folgt dem vorherigen Weg (also nicht über die Brücke zurück!) ein kurzes und relativ steiles Stück den Berg hinauf bis zum Hinweisschild zur Ruine der Entersburg. Ich fand die Beschilderung nicht 100%ig eindeutig und bin kurz hin und her gelaufen, habe dann aber mit Hilfe des GPS den richtigen Weg gefunden. Wieder erhält man schöne Blicke ins Üssbachtal und auf den Bach, der jetzt stellenweise durch glatt-gewaschenes schwarzes Vulkangestein fließt.

Der Aufstieg zur Ruine ist recht schmal und einigermaßen steil, aber trotzdem problemlos und ohne große Anstrengung zu bewältigen. Am Ziel angekommen erhält man eine schöne Rundumsicht und ich entdeckte auch den kleinen Parkplatz, an dem ich während der Anreise nach Bad Bertrich Halt gemacht hatte und der jetzt hoch über mir lag.

Ob man die Ruine wirklich noch besteigen soll, wie man im Internet überall lesen kann, wage ich zu bezweifeln. Das Innere des Turms ist durch eine Kette und ein Schild „Vorsicht Steinschlag“ versperrt und von der Treppe, die eigentlich außen herum auf den Turm führen soll, wurden die unteren vier oder fünf Stufen entfernt. Dies ließ mich zu dem Schluss kommen, dass man sich die Ruine besser nur von unten anschauen sollte. Schade, aber nicht zu ändern.

Immerhin kann man sich auf einem Sockel rund um die Ruine bequem ausruhen. Bei den relativ hohen Temperaturen haben dies zusammen mit mir auch mehrere Echsen getan, die sich auf dem warmen Stein sichtbar wohlfühlten.

Nach dem größtenteils sanften Abstieg von der Burgruine gelangt man irgendwann automatisch wieder ins Üssbachtal, dieses Mal aber auf der anderen Seite des Baches. So geht man zwar fast denselben Weg zurück, den man gekommen ist, aber eben nur fast.

Und wie immer bietet ein Weg in anderer Richtung auch wieder ganz neue Ausblicke, bis man schließlich wieder an der L104 ankommt. Ab hier bin den gleichen Weg an der Elfenmühle vorbei, durch Bad Bertrich bis zum landschaftstherapeutischen Park im Römerkessel wieder zurückgegangen.

Aber anstatt zurück ins Hotel zu gehen, wollte ich noch den Park erkunden, auch wenn es schon leicht anfing zu dämmern. Die einzelnen Plätze im Park hier genau zu beschreiben, würde zu weit führen und so verweise ich lieber erneut die Webseite des GesundLand Vulkaneifel.

Deshalb an dieser Stelle nur so viel: Der Park ist sehr aufwändig und mit viel Liebe zum Detail angelegt.

Sicherlich wird seine Wirkung noch viel stärker sein, wenn man ihn an einem sonnigen Sommertag besucht und nicht wie ich an einem inzwischen leicht kühlen und schon dämmerigen Abend Mitte September. Ähnlich wie beim Achtsamkeits-Pfad Kleine Kyll kann man hier selbst bestimmen, auf welches Angebot man sich wie lange einlässt, wobei ich der Überzeugung bin, dass auch hier viel verbrachte Zeit viel nützt. Man sollte sich einfach auf die vielfältigen Möglichkeiten der Erholung in diesem Park einlassen und diese für sich nutzen. Schlechtestenfalls verbringt man „nur“ eine schöne ruhige Zeit in einem ebenso schönen Park. Ich habe nur den kleinen Barfußpfad aktiv genutzt, weil ich einfach zur falschen Zeit dort war.

Eigentlich schade; ich muss folglich nochmal wiederkommen. Also: Wer den Park angemessen erkunden möchte, sollte nicht zu spät starten.

Übrigens: Ich könnte mir vorstellen, dass ein Kneippbecken als zusätzliches Angebot gut ins Konzept des landschaftstherapeutischen Parks passen würde. Platz und Wasser sind zur Genüge vorhanden 🙂

Autor: N. Groll

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