Willkommen im Gesundland Vulkaneifel

Wie man – bewusst langsam – eine schöne Zeit erlebt

Als großer Fan der Eifel und häufiger Besucher der GesundLand-Internetseite fiel mir schon vor einiger Zeit der Achtsamkeits-Pfad Kleine Kyll auf. Aufgrund der ausführlichen und für mich sehr ansprechenden Beschreibung des Pfades, habe ich mir das Erlaufen dieses Weges fest vorgenommen. Am 12.06.2017 war es dann soweit. Ich war bei herrlichem Wetter gut sechs Stunden unterwegs und habe dabei durch ein paar zusätzliche Abstecher knapp neun Kilometer zurückgelegt. Das ist in Relation zur benötigten Zeit für eine Wanderung natürlich recht wenig Strecke, liegt aber darin begründet, dass ich mir an einigen der Achtsamkeitspunkte sehr viel Zeit gelassen habe. Auch die Temperatur von 29 Grad ließ mich freiwillig in eher gemächlichem Tempo unterwegs sein.

01 - Eifelklinik

Blick ins Tal vom Parkplatz der Eifelklinik

Mein Startpunkt lag direkt an der Manderscheider Eifelklinik, welche sehr schön eingebettet in der Landschaft liegt. „Achtsamkeitspunkt 1: Blick ins Tal“ war also der Beginn.

01a - Blick ins Tal

Achtsamkeitspunkt 1: Blick ins Tal

Der Blick vom Klinikgelände ins Tal ist in der Tat sehr schön. Nach der Überquerung einer kleinen Brücke und ein paar Metern Fußweg fiel mein Blick auf das Kneipp-Becken und meine Laune stieg nochmals sprunghaft an. Ich war angekommen am „Achtsamkeitspunkt 2: Erfrischung und Stärkung“, der sich übrigens penibelst sauber präsentierte.

02 - Kneippbecken

Achtsamkeitspunkt 2: Erfrischung und Stärkung

Im Fußbecken habe ich mehrere Runden gedreht, das Armbecken habe ich ebenso häufig genutzt und mich zwischendurch immer wieder mal auf die (auf dem Foto vom Strauch verborgene) Holzliege gelegt. Die bei 29 Grad Außentemperatur sehr angenehme Abkühlung durch das Wasser und das mehrmalige Schließen der Augen beim gemütlichen Ausstrecken auf der Liege ließen mein Wohlempfinden weiter steigen. Ich kann nicht mehr genau sagen, wie lange ich mich hier aufgehalten habe. Ich würde jedoch auf eine knappe Stunde tippen.

Aber irgendwann ging es dann weiter die Straße hinunter zur Heidsmühle. Es handelt sich dabei um ein sehr schön gelegenes, aber auch sehr stark frequentiertes Hotel und Restaurant mit eigener Konditorei und einer wunderschönen Lage. Hineingegangen bin ich nicht, da ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts zu essen oder trinken benötigte. Außerdem kommt man später von der anderen Seite nochmals an der Heidsmühle vorbei, sodass man sich dann nach „getaner Arbeit“ diese Rast gönnen könnte.

03 - Heidsmühle

Heidsmühle – gut besucht

Ich habe noch eine Runde um den Teich gedreht, der sich vor dem Hotel befindet und dann ging es weiter den eigentlichen Achtsamkeitspfad entlang. Meine Befürchtung, dass es aufgrund der vielen Autos, die am Hotel geparkt waren, auf dem Wanderweg von Menschen nur so wimmelt, erwies sich zum Glück als unbegründet. So konnte ich die Natur genießen und den Geräuschen des Waldes zuhören. Meine eigenen Schritte waren meistens das lauteste Geräusch. Ich hatte ja so ein kleines bißchen gehofft, dass ich bei einem “Achtsamkeitspfad” in einem “Gesundland” auf naturbelassene und somit barfuß-taugliche Waldwege treffen würde, aber dies war leider nicht der Fall.

04 - Felswand

Weg oberhalb des Teiches an der Heidsmühle

Beeindruckend fand ich die Felsformationen, denen man nicht nur kurz hinter der Mühle begegnet, aber trotzdem, und ich gebe schon jetzt zu, dass meine Freude an diesem Tag durch die geschotterten Wege nicht geschmälert wurde.

Es dauerte nicht allzu lange und ich erreichte den „Achtsamkeitspunkt 3: Regeneration / Rast“. Hier gibt es einen Sitzbereich mit einer schönen Aussicht in Richtung Kleine Kyll, deren Rauschen glücklicherweise auch zu hören ist.

05 - Regeneration und Rast

Achtsamkeitspunkt 3: Regeneration / Rast – Sitzbereich

Außerdem kann man die Marienhütte „erklimmen“, wo man aus leicht erhöhter Position einen noch schöneren Ausblick genießt.

06 - Marienhütte

Achtsamkeitspunkt 3: Regeneration / Rast – Marienhütte

Ein im positiven Sinne völlig unspektakulärer Punkt des Weges, wenn man sich die Zeit nimmt, einfach mal die Augen zu schließen und die Geräusche der Natur – vor allem der Kleinen Kyll – auf sich wirken zu lassen. Es mag für den Einen oder Anderen vielleicht etwas esoterisch klingen, ist es aber nicht: Sich in der Ruhe der Natur zu bewegen und zwischendurch immer wieder mal innezuhalten, ist ein wirklich angenehmes Erlebnis. Als Stadtbewohner ist es heutzutage fast unmöglich, an einem einzigen Punkt die Mischung aus guter (Wald)Luft, dem Plätschern eines Baches, den Geräuschen aus dem Unterholz und den unzähligen Gesängen der verschiedensten Vögel zu erleben. Hier funktioniert es und man kann ein solches Erlebnis ganz einfach auf einen Punkt bringen: Es tut gut!

Noch besser sollte ich mich dann an der nächsten Station fühlen, dem „Achtsamkeitspunkt 3a: Barfußbadeplatz“.

07 - Brücke Barfußbadeplatz

Brücke zum Barfußbadeplatz

Ein extra “Barfußbadeplatz” genannter Ort sollte mir ein besonderes Vergnügen bieten können. Und das kann er auch. Ein flaches Ufer mit großen und ebenso flachen Steinen bietet beste Voraussetzungen für ein erfrischendes Fußbad. Auch ein kurzer Spaziergang durchs Wasser ist problemlos möglich. Drei Leute mit Hund waren schon vor Ort und haben das angenehm kühle Wasser der Kleinen Kyll bereits auf sich wirken lassen. Ich tat es ihnen selbstverständlich gleich und genoss das bei den hohen Außentemperaturen sehr erfrischende Wasser.

Zwischendurch habe ich mich auf die kleinen Felsen am Ufer gesetzt und wieder mal die Naturgeräusche auf mich wirken lassen. Dann ging es wieder ins Wasser und noch eine ganze Zeit abwechselnd so weiter.

Als ich mich schließlich wieder aufgerafft hatte, folgte ein längerer Abschnitt bis zum nächsten Achtsamkeitspunkt. Es ging weiter durch den Wald; die Kleine Kyll ist ein ständiger Begleiter und die Vorfreude auf den Wasserfall bei der Germanenbrücke, die schattigen Wege, die interessanten Steinformationen am Wegesrand und die gute Luft sorgten automatisch für ebenso gute Laune.

Ich ließ mir auch beim Gehen Zeit. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal so konsequent so langsam gegangen bin. Und ich musste mich nicht einmal dazu zwingen – das kam völlig automatisch.

Immer wieder schwenkte mein Blick nach links oder rechts, ich blieb stehen, wenn ich irgendwelche Geräusche im Unterholz hörte oder blickte nach oben, um den Taktgeber für einen der diversen Vogelgesänge zu finden. Es ging stetig leicht bergauf, sodass die Kleine Kyll irgendwann aus meiner Wahrnehmung verschwand. Der Anstieg war aber wirklich nur gering – ins Schwitzen kam ich nicht.

Und da der Weg mich wieder zur Kleinen Kyll zurückbringen musste, war klar, dass es auch wieder bergab gehen wird. Irgendwann gelangte ich an eine Abzweigung nach rechts, runter zum Bach. Nun konnte man immer wieder einen Blick nach dem anderen auf das Flüsschen erhaschen; eine Aussicht schöner als die andere.

Bald nun kam ich am „Achtsamkeitspunkt 4: Inspiration“ an. Der Infoflyer des Achtsamkeitspfades hatte nicht gelogen: Ein wirklich sehr schöner, kleiner, mehrstufiger und wunderschön gelegener natürlicher Wasserfall.

13 - Germanenbrücke

Achtsamkeitspunkt 4: Inspiration – Germanenbrücke

Schon von der Germanenbrücke aus ist er sehr schön anzusehen, aber ich konnte nicht widerstehen, mir einen Weg hinunter zum Wasser zu suchen. Schon oft habe ich die Erfahrung gemacht, dass man schönere Perspektiven erhält, wenn man im Wasser steht und es war hier recht gefahrlos möglich, ans bzw. ins Wasser zu gelangen.

Ich wäre gerne noch weiter in Richtung Mitte der Kleinen Kyll gegangen, das habe ich mich aber doch nicht getraut, da die Felsen im Wasser stellenweise rutschig waren und ich es nicht riskieren wollte, im Wasser zu landen. Mir selbst wäre das bei der Hitze noch egal gewesen, aber meine Kamera wollte ich lieber nicht unter Wasser sehen. Die Abkühlung tat aber natürlich auch so sehr gut, zumal ich an dieser Stelle in der prallen Sonne stand. Trotzdem ließ ich mir erneut viel Zeit, um dieses Naturschauspiel auf mich wirken zu lassen. Ich war überrascht von den sehr großen Felsbrocken, die hier im Wasser lagen bzw. das Ufer bildeten.

Im Bereich hinter den dicken Felsen, die die Brücke tragen, wäre das Wasser vielleicht sogar tief genug zum Schwimmen gewesen… Ich bin zwar auch zu dieser Stelle gegangen, um ein paar Bilder von der anderen Seite der Brücke zu machen und stand dabei bis über die Knie im Wasser, aber dabei beließ ich es dann auch.

16 - Wasserfall_3

Achtsamkeitspunkt 4: Inspiration, Wasserfall

Erwähnenswert sind auch noch die zahlreichen Schmetterlinge, die sich hier aufhielten. Deren Anzahl zu schätzen ist natürlich schwierig, ich vermute aber, dass die Zahl 20 deutlich zu niedrig angesetzt ist.

Aber auch dieses schöne Fleckchen Erde musste ich irgendwann wieder verlassen, denn als nächster Etappenpunkt wartete die Wolfsschlucht (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Schlucht bei Kell in der Nähe des Laacher Sees). Also raus aus dem Wasser und los. Schon kurz nach der Germanenbrücke zweigt der Weg zur Wolfsschlucht nach links ab. Alternativ könnte man auch geradeaus an der Kleinen Kyll entlang weitergehen. Ich hatte jedoch geplant, den Schlenker durch die Schlucht mitzunehmen und wurde von einem ungeschotterten und natürlich wirkenden weichen Waldweg überrascht. Also eine gute Gelegenheit, sich der Schuhe wieder zu entledigen und barfuß weiterzulaufen. In der Wolfsschlucht herrscht eine ganz andere Stimmung als an der Kleinen Kyll. Alles wirkt wilder und schroffer, ein sehr plötzlicher und unerwarteter, aber dadurch auch positiver Kontrast.

18 - Wolfsschlucht

Natürlicher Waldboden in der Wolfsschlucht

Viele von Moos bewachsene Felsbrocken findet man hier genauso wie einen kleinen Bachlauf, der allerdings schon auf halber Höhe trockenlag. Vermutlich fließt hier sonst mehr Wasser, aber zum Zeitpunkt meines Besuches war es schon mehrere Tage sehr trocken.

19 - Wolfsschlucht_2

In der Wolfsschlucht

Nach einer kurzen Steigung kommt man an eine Brücke, die Wanderer wohl normalerweise trockenen Fußes über den genannten Bach bringen soll. Am Ende der Brücke musste ich jedoch erst mal anhalten. Wo ist denn der Weg? Spontan sah ich nur Felsen und diese waren auch noch teilweise bewachsen.

20 - Wolfsschlucht hinter der Brüceke

Versteckter Weg hinter der Brücke

Weiter oben konnte ich einen Weg entdecken und ich ließ meinen Blick einfach mal rückwärts schweifen. So entdeckte ich den Pfad, der tatsächlich teilweise über flache und/oder abgerundete Felsen, teilweise über Waldboden führte. Nach ein paar Metern war der Weg auch wieder eindeutig als solcher zu erkennen und es war kein Problem mehr, den Anstieg zu erklimmen.

21 - Wolfsschlucht Weg

Bergauf aus der Wolfsschlucht heraus

Oben angekommen habe ich mir auf einer der zahlreichen Bänke ein paar Minuten Ruhe gegönnt, etwas getrunken und – mal wieder – die Akustik des Waldes genossen. Unzählige Ameisen liefen hier über den Boden, was mich dazu bewegte, vorsichtshalber wieder meine Schuhe anzuziehen. Nun folgte eine etwas längere Strecke in Richtung des nächsten Achtsamkeitspunktes. Immer wieder gab es tolle Ausblicke hinab in Richtung Kleine Kyll, die jetzt deutlich unterhalb des Weges lag oder kleine „Naturwunder“, wie am Felsen entlanglaufende Baumwurzeln.

22 - Wurzeln am Fels

Wurzeln am Felsen

Selbst wenn man den Themencharakter des Achtsamkeitspfades komplett außer Acht lässt, ist es ein wunderschöner Waldspaziergang, der auch für sich alleine genommen die Anreise gelohnt hätte.

23 - Weg

Schöner Weg durch den Wald

 

Natürlich wurde das positive Gefühl auch durch das hervorragende Wetter begünstigt. Die Sonnenstrahlen ließen das Grün des Waldes sehr schön zur Geltung kommen und das Blau des Himmels über den Baumkronen sorgte zusätzlich für gute Stimmung. Bald erreichte ich den „Achtsamkeitspunkt 5: Ort des Hörens“.

24 - Ort des Hörens

Achtsamkeitspunkt 5: Ort des Hörens

Hier fanden sich drei verschiedene Objekte zu diesem Thema: Ein Dendrophon (mit leider zum Teil gerissenen Bambusröhren), ein Summstein und ein Hörrohr. Dem Dendrophon konnte ich nicht viele Töne entlocken, was wohl daran gelegen hat, dass die klangerzeugenden Röhren teilweise defekt waren. Einen Summstein kannte ich schon von anderen Wanderungen, was mich aber nicht davon abhalten konnte, meinen Kopf hineinzustecken und mein komplettes Frequenzspektrum auf und ab zu summen. Und in der Tat bekam ich bei einer eher tiefen Frequenz eine wohlige Gänsehaut. Das Hörrohr habe ich am intensivsten genutzt, da man die Geräusche des Waldes und auch der Kleinen Kyll wie durch eine Lupe wahrnimmt. Man fokussiert sich geradezu auf die Musik der Natur. Ein Rätsel allerdings blieb: Warum wurde „Hörrohr“ auf der Infotafel mit einem zusätzlichen „H“ – also „Höhrrohr“ – geschrieben? :-)

Weiter ging es zum nächsten Punkt des Weges. Laut Karte sollte es nur ein relativ kurzes Stück sein, aber die Planer des Achtsamkeitspfades haben auch auf diesem Abschnitt einen Grund eingebaut, länger an einem Punkt zu verweilen. Ich stieß nämlich auf eine dieser großen geschwungenen Holzliegen, die man seit einiger Zeit immer häufiger findet und die richtig gemütlich sind. Und da man sich auch noch einen sehr passenden Platz mit einer wunderbaren Aussicht für diese Liege ausgesucht hat, dauerte die Rast relativ lange.

25 - Rast auf Liege

Schöne Aussicht von der Liege

Ich schloss auch mal für eine längere Zeit meine Augen und habe mich quasi fallen lassen. Völlig entspannt muss ich kurz davor gewesen sein einzuschlafen, denn als mich ein vorbeigehendes Paar mit einem kräftigen „Guten Tag“ begrüßte, bin ich leicht zusammengezuckt. :-) Aber an einem solchen Ort darf das schon mal passieren und ich blieb auch danach noch eine ganze Zeit lang liegen. Es war einfach zu gemütlich, um schnell weiterzuziehen, auch wegen der angenehmen Temperatur, die hier im Schatten herrschte.

Da ich aber nicht erst im Dunkeln wieder am Parkplatz ankommen wollte, musste ich mich irgendwann dann doch zum Weitergehen aufraffen. Jetzt ging es zum „Achtsamkeitspunkt 6: Zurück zum Ursprung“; einer kleinen Quelle, die früher ganz Manderscheid mit Trinkwasser versorgt hat. Wenn man die Quelle schließlich erreicht, kann man sich gar nicht vorstellen, dass diese doch recht geringe Menge Wasser ausgereicht haben soll.

26 - Quelle

Achtsamkeitspunkt 6: Zurück zum Ursprung

Aber andererseits weiß ich weder, wie viel Wasser damals aus ihr heraussprudelte, noch, wie viele Einwohner Manderscheid seinerzeit hatte. Eine Jahreszahl ist leider nicht angegeben. Eines aber weiß ich definitiv: Da meine Wasserflaschen mittlerweile leer waren, habe ich die Gelegenheit genutzt, diese aufzufüllen. Dafür musste ich ins Wasser hineingehen und das empfand ich noch mal eine ganze Stufe kälter als das Kneipp-Becken zu Beginn! Es hat sich aber gelohnt. Das Wasser war sehr erfrischend und anscheinend auch sehr bekömmlich. Probleme mit dem Magen gab es keine – der erneuten Verwendung als Trinkwasserquelle steht also nichts im Wege. :-)

Nun begann der längste Abschnitt ohne Achtsamkeitspunkt. Es ging eine ganze Zeit lang durch den Wald, der sich immer wieder mal öffnete und schöne Ausblicke freigab.

Auf ungefähr der Hälfte der Etappe erreicht man von der anderen Seite die Heidsmühle, aber auch dieses Mal hatte ich keine Lust, eine Pause einzulegen. Irgendwie war ich wohl für die Reize der modernen Zivilisation verdorben; ich wollte nur noch Natur. Und frisches Wasser hatte ich ja auch noch. Die Wege wurden jetzt etwas voller, Radfahrer vermischten sich mit Spaziergängern. Wahrscheinlich machte der eine oder andere Gast der Heidsmühle einen kleinen Verdauungsspaziergang.

Ich ging weiter bis zum „Achtsamkeitspunkt 7: Zu neuen Ufern“. Hier überquert man die Kleine Kyll über große, in den Fluss hineingelegte Trittsteine und hat gleichzeitig den letzten Achtsamkeitspunkt erreicht. Außerdem wurden hier mehrere Holz-Hängematten aufgestellt, die zu einer erneuten, genussvollen Pause einladen.

 

Die Hängematten waren meistens alle belegt, aber am Ufer der Kleine Kyll gab es einen großen und flachen Felsen, der genau die richtige Höhe hatte, um darauf sitzend die Füße im Wasser baumeln lassen zu können. Dies habe ich auch gemacht und wieder bedeutend mehr Zeit an einem einzigen Punkt verbracht, als ich es mir eigentlich vorgestellt hatte.

32 - Füße im Wasser

Wieder mal Pause machen :-)

Aber wieder einmal fühlte ich mich so rundherum wohl, dass ich überhaupt keine Lust verspürte, meinen steinigen Sitz zu verlassen. Es war zu diesem Zeitpunkt ca. 15:30 Uhr und noch immer sehr warm. So verschaffte mir das Wasser einen genau passenden Temperaturausgleich. Ein paar Mal kam ich in Versuchung, meinen Platz zu verlassen, da immer mal wieder eine der Hängematten frei wurde. Aber dieses Verlangen war dann doch nicht stark genug; lieber blieb ich auf meinem Felsen sitzen und beobachtete eine der Libellen, die sich keinen Meter von mir entfernt auf einem Nachbarstein niederließen.

33 - Libelle

Libelle

Die Zeichnung auf den Flügeln war wirklich beeindruckend. So etwas Schönes kann nur die Natur erschaffen.

Der nun folgende, letzte Teil meiner Wanderung auf dem Achtsamkeits-Pfad Kleine Kyll führte größtenteils über einen asphaltierten Weg zurück zur Eifelklinik. Ein Stück weit darf man noch in direkter Nachbarschaft zur Kleinen Kyll laufen, um dann irgendwann wieder an der Klinik anzukommen.

Ich habe diesen Rundweg sehr genossen. Insgesamt bekommt man hier den Eindruck, dass sich die Planer dieses Pfades bemüht haben, interessante Punkte an passenden Stellen innerhalb einer wunderschönen Natur unterzubringen und wann immer möglich, diese miteinander zu verschmelzen. Man hat nie den Eindruck, als hätte jemand mal so eben schnell etwas aus dem Boden gestampft, nur um einen Weg zu erschaffen, dem man werbewirksam einen Namen geben kann.

Die Beschreibungen der einzelnen Achtsamkeitspunkte ist sehr hilfreich und lässt einen Dinge tun, auf die man ohne diese Anregungen vielleicht gar nicht kommen würde. Der wichtigste Punkt aber steht schon in der Beschreibung des Pfades auf der Internetseite des GesundLandes Vulkaneifel: Genügend Zeit ist ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Faktor auf dem Achtsamkeits-Pfad: Rund drei Stunden sollen für die gesamte Strecke eingeplant werden, um in aller Ruhe über die Wege zu gehen, um an den einzelnen Stationen bewusst innezuhalten – ich habe mir noch wesentlich mehr Zeit gelassen und jede einzelne Sekunde genießen können…

Über Norbert

Wohnhaft in Mönchengladbach bin ich oft mit dem Motorrad in der Eifel unterwegs. Aber nicht nur um des Fahrens willen, sondern mit immer neuen Zielen. Gerade die Vulkaneifel bietet mir als Naturfreund so viele Möglichkeiten, dass mir diese Ziele so schnell nicht ausgehen werden. Dabei haben es mir die zahlreichen Wasserfälle und naturbelassenen Bachläufe genauso angetan, wie die vielen aussichtsreichen Wanderwege und Täler, die auch gerne schon mal barfuß begehe, wenn Wetter und Untergrund dies zulassen. Auf natürlichen Wegen macht es nicht nur Spaß, die Schuhe mal wegzulassen, sondern es wirkt sich auch positiv auf das eigene Befinden aus. Einzig im Winter trifft man mich eher selten dort an....
Kategorie GesundLand Team unterwegs
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