Maar im GesundLand Vulkaneifel
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Maare & Kraterseen

Maare - die Augen der Eifel

Eingebettet in die sanften Hügel der Vulkaneifel liegen sie da und spiegeln den Himmel über sich in ihrem tiefblauen Wasser: die Maare, die die Eifeldichterin Clara Viebig einst als „Augen der Eifel“ bezeichnete.

  • Ginster blüht am Schalkenmehrenr Maar
  • Maar umgeben von Wald
  • Blick auf Maar und Stadt Ulmen
  • Strohner Määrchen im Sommer
  • Aufblick auf das Immerather Maar

Vor tausenden von Jahren sah die Landschaft, die heute friedlich und ruhig daliegt, noch ganz anders aus. Die Erde war ununterbrochen in Bewegung, klaffte auseinander, schob sich auf oder zog sich auseinander. Ein Geruch nach Schwefel und Rauch lag in der Luft. An einigen Stellen stieg das im Erdinneren erhitzte und flüssig gewordene Magma langsam nach oben. Traf die heiße Flüssigkeit nun auf eine wasserführende Erdschicht, verdampfte es schlagartig. Die Folge waren Explosionen von so gewaltigen Ausmaßen, dass sie das Landschaftsbild nachhaltig veränderten. Die Maare wurden geboren.

Im Laufe der vielen Jahrtausende veränderten sie ihr Aussehen. Manche der entstandenen Trichter füllten sich mit Regen und Grundwasser und wurden so zu Maarseen. Manche verlandeten wieder, andere füllten sich nie mit Wasser und blieben trocken. Heute gibt es in der Vulkaneifel über 70 wissenschaftlich nachgewiesene Maare. Zwölf dieser Maare, wie beispielsweise die drei Dauner Maare, zu denen u. a.  das Weinfelder Maar zählt, sind mit Wasser gefüllt, alle anderen sind verlandet und befinden sich im Stadium eines Trockenmaares wie das Dürre Maar oder das Strohner Märchen. Eine Besonderheit ist das Trautzberger Maar, das wieder renaturiert wurde und sich nun wieder mit Wasser gefüllt hat.

Das Meerfelder Maar ist das größte der Eifelmaare mit einem Durchmesser von 1730 Metern und einer Kratertiefe von 400 Metern, das Hitsche Maar ist mit nur wenigen Metern Durchmesser das kleinste. Noch mehr Superlative? Das Pulvermaar ist mit einer Tiefe von 74 Metern das tiefste der Eifelmaare und überhaupt einer der tiefsten Seen Deutschlands. Das älteste Maar ist das Eckfelder Maar, in dem das berühmte Urpferdchen gefunden wurde, mit 44,3 Millionen Jahren. Nesthäkchen in der Reihe ist das Ulmener Maar, das gerade einmal 10 000 Jahre alt ist. Der nahe gelegene Jungferweiher ist deutlich älter.

Obacht ist beim Windsborn Kratersee geboten: Von vielen Leuten wird der See ebenfalls zu den Maaren gezählt. Fälschlicherweise, denn seine Entstehungsgeschichte ist eine ganz andere. Hier hat sich der Trichter eines Vulkans im Lauf der Jahrtausende mit Wasser gefüllt, es ist jedoch keine Wasserdampfexplosion vorausgegangen. Deshalb darf der Windsborn Kratersee nicht das 13. mit Wasser gefüllte Maar bilden. 

Im Sommer kommt eine erfrischende Abkühlung im klaren Wasser immer recht. Die Ufer der Maare laden geradezu dazu ein, sich mit einer Decke gemütlich niederzulassen. Doch nicht in allen Maaren ist das Schwimmen im Sommer gestattet. Viele der Vulkanseen wie beispielsweise das Holzmaar oder das Immerather Maar sind Naturschutzgebiete, die heute seltenen Tier- und Pflanzenarten eine geschützte Heimat bieten. Wunderschön anzusehen, aber sehr gefährdet. Deshalb sollte man die Schwimmverbote beachten – auch im eigenen Interesse - denn unter Wasser können mitunter auch gefährliche Strömungen lauern.
In vier der wassergefüllten Maare ist das ausgiebige Schwimmen, Plantschen und Toben gestattet: im Pulvermaar, im Gemündener Maar, im Schalkenmehrener Maar und im Meerfelder Maar.

Nicht nur Wasserratten kommen an den Maaren voll auf ihre Kosten. Rund um die vulkanischen Seen führen zahlreiche nach hohen Qualitätskriterien gestaltete Wanderwege. Auch Biker schätzen die Strecken, die durch das GesundLand Vulkaneifel an den Maaren vorbeiführen. Über Stock und Stein führen die Waldwege, hinauf und hinab. Als Lohn für steile Anstiege locken wunderbare Aussichten hinab auf die vulkanischen Seen.

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