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Oberscheidweiler

Der Ort wurde im Jahr 1144 als Scheida erstmals urkundlich erwähnt. Seit dem 17. Jahrhundert ist der Name Oberscheidweiler gebräuchlich. Ab 1794 stand Oberscheidweiler unter französischer Herrschaft, 1814 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Oberscheidweiler hat sich in den vergangenen Jahren zu einem kleinen, aber feinen Tourismusort entwickelt, in dem engagierte Gastgeber für angenehme Urlaubs- und Ferienaufenthalte stehen.

Seit 1693 trägt unser Dorf den Namen Oberscheidweiler. In einer ersten urkundlichen Erwähnung, am 01. August 1144, bestätigt König Konrad II. zu Cochem dem Abt Richard von "Sprengkirsbach" in einem Schutzbrief Güterschenkungen an dessen Kloster von dem verstorbenen Pfalzgrafen Wilhelm, unter anderem in "Scheida". Diese urkundliche Tatsache wurde im Jahr 1994 in einer eindrucksvollen 850-Jahr-Feier in einem Festjahr unter der Überschrift "Das Dorf, unsere Zukunft" glanzvoll bestätigt und mit einigen tausend Gästen zünftig gefeiert. Es besteht jedoch kein Zweifel daran, dass der Ort wesentlich älter ist, da der Hauptverkehrsweg Trier-Koblenz hier durch führte. In diesem Zusammenhang wird aus demselben Jahr erstmals eine "Springiersbacher Mühle" erwähnt, wo die Bewohner von "Scheidweiler" ihr Korn mahlen lassen mussten. Das Dorf unterstand der kurtrierischen Landeshoheit, dem Amt zu Daun, und gehörte gerichtlich zum Hochgericht Strohn. Im Jahre 1569 hieß unser Dorf "Uderscheitwiler". Der heutige Name Oberscheidweiler wird erstmals in Steuerlisten der Jahre 1654/55 genannt! Desgleichen eine Beschreibung des "Springiersbacher Hofes" in Oberscheidweiler aus dem Jahre 1693. Als in den Jahren 1804/05 Napoleon mit seinen Truppen die hiesige Region erreichte, wurde bekanntlich der gesamte Kirchenbesitz säkularisiert. So wurden natürlich auch die Ländereien auf der "Oberscheidweiler Gemarkung" an andere Besitzer veräußert. Der "Springiersbacher Hof", das ehemalige Gasthaus Koenen, wechselte mit dem dazu gehörenden Land ebenfalls den Besitzer. Die beiden Weltkriege 1914/18 sowie 1939/45 haben große Lücken in die Dorfgemeinschaft gerissen. Viele, zum Teil noch ganz junge Männer sind gefallen oder bis zum heutigen Tag vermisst.
Als ganz besonders grauenvoller, schmerzlicher Tag ist der 18. März 1945 in die Dorfgeschichte eingegangen. An diesem Tag mussten auf Geheiß der Amerikaner Männer aus dem Ort Pferdekadaver, die oberhalb der Oberscheidweiler Mühle lagen, vergraben. Auf dem Nachhauseweg begegneten ihnen in der "Kalwawiss", der Senke zwischen dem "Berghof" und dem Dorf, eine amerikanische Fahrzeugkolonne, die mit schweren Brückenbauteilen beladen war. Die Männer gingen zur Seite und liefen direkt auf die tödlichen Minen, welche von den Deutschen Soldaten, die im Dorf stationiert waren, gelegt worden waren, ohne einen Lageplan zu hinterlassen. Nicht nur die unmittelbar Beteiligten, sondern auch die Leute aus dem Dorf, die zu Hilfe geeilt waren, mussten ihr Leben lassen oder wurden so schwer verletzt, dass sie bis heute darunter zu leiden haben. Vier Männer waren sofort tot; einer verstarb auf dem Transport ins Krankenhaus und ein anderer wenige Tage danach. Eine Frau und ein Mann starben mehrere Jahre später an den Folgen des Unglücks! Es wird berichtet, dass die Amerikaner spontan und großzügig Erste Hilfe geleistet haben.


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