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Eisenschmitt

Eisenschmitt im schönen, urtümlichen Salmtal liegt in unmittelbarer Nähe der Zisterzienserabtei Himmerod. Sehens- und besuchenswert: Clara-Viebig-Zentrum und Eisenschmittener Brunnen
Höhe über NN: 320 m.

Eisenschmitt wird im Jahre 1372 als „Yssensmyt uff der Salmen“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Ergiebigkeit der Eisenerzvorkommen, die Gewinnung von Holzkohle in den umgebenden Wälder zum Betrieb der Öfen und die Möglichkeit der Verhüttung durch die Wasserkraft der Salm waren groß genug, um langfristig Eisenhütten zu betreiben. Dies wiederum bedingte die Ansiedlung von Hüttenarbeitern und damit die Gründung und Vergrößerung eines Dorfes. Ab 1794 stand Eisenschmitt unter französischer Herrschaft, 1814 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Im Jahre 1835 hatte Eisenschmitt annähernd 1.350 Einwohner, die größte Anzahl seiner Geschichte. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts kam das Ende der Eisenindustrie im Salmtal, bedingt durch neue Produktionsverfahren und produktivere sowie größere Werke in den Industriegebieten an Niederrhein und Ruhr, die zudem mit der preisgünstigeren Steinkohle statt mit Holzkohle arbeiten konnten. Der Name „Eisenschmitt“ kommt von der heute aufgegebenen eisenverarbeitenden Industrie, die ihre Ursprünge im 14. Jahrhundert hat. Die Eisenhütte in Eichelhütte wurde 1701 gegründet. Der Ort Eisenschmitt diente der Schriftstellerin Clara Viebig (1860-1952) als Vorlage für ihren Roman Das Weiberdorf, der das Leben in dem kleinen Ort Eifelschmitt beschreibt. Hintergrund des Romans ist eine Besonderheit der Dorfgemeinschaft: Aufgrund des zur Neige gehenden Rohstoffes Eisenerz in der Umgebung von Eisenschmitt wurden die arbeitsfähigen Männer gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu Gastarbeitern im Ruhrgebiet. Sie verdienten den Unterhalt für sich und ihre Familien in den aufstrebenden Stahlwerken. Zurück blieben die Frauen, die während der langen Abwesenheit ihrer Männer alle Arbeiten in Haus und Feld alleine erledigen mussten – daher der Name des Romans: Das Weiberdorf. Kultur und Sehenswürdigkeiten: Eisenschmitter Brunnen, Clara-Viebig-Zentrum mit hervorragender Dokumentation der Geschichte Eisenschmitts un der Region.


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