Maar im GesundLand Vulkaneifel
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Strohner Märchen

Das Strohner Märchen mit seiner bewegten vulkanischen Vergangenheit ist eines der letzten Hochmoore der Eifel.

Vor mehr als 20.000 Jahren explodierte als Erstes der Vulkangruppe Römerberg – Strohner Maar – Pulver Maar das heutige Strohner Märchen. Beim nächsten Ausbruch entstand der Vulkankegel Römerberg. Der südliche Teil des Kegels rutschte in den darauffolgenden Jahren ins das südlich davon gelegene Maar ab. Dadurch verlandete es mit der Zeit immer mehr und entwickelte seine heutige Form.

Das Strohner Märchen liegt auf einer Höhe von 424 Metern üNN. Mit einem Durchmesser von gut 170 Metern gehört es zu den kleinen Maaren. Sein Kraterwall ist schon vollständig abgetragen und nicht mehr sichtbar. Das Maar steht kurz vor der Verlandung (Typ "Finalmaar"), da das Hochmoor immer weiter wächst. Fast 10 Meter dicke Torfablagerungen bedecken den Kesselgrund.
Das Hochmoor ist dadurch entstanden, dass sich Torfmoose angesiedelt und zu einer dichten Decke zusammengeschlossen haben. Abgestorbene Pflanzenteile wandelten sich unter diesem Luftabschluss zu Torf um. Das Strohner Märchen hebt sich als Hochmoor von anderen Mooren ab, indem es höher als der Grundwasserspiegel geworden ist und mittlerweile nur noch vom Regen lebt.

Rund 250 Pflanzenarten finden in diesem sumpfigen Gebiet ihren Lebensraum. Ein derartiger Pflanzenstandort ist einzigartig für das gesamte Rheinland. Neben seiner Bedeutung für die Geologie, die Paläobotanik und die Biowissenschaften, insbesondere für die Pflanzensoziologie, ist das Strohner Märchen mit Sicherheit ein exzellentes Refugium für unsere heimische Flora, dessen Schutzwürdigkeit außer Frage stehen sollte. Dadurch gehört es zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen. Wegen seiner Bedeutung wurde es in das EU-Life-Projekt „Moore“ miteinbezogen, das es sich zum Ziel gesetzt hat, Moore des Hunsrücks und der Eifel zu erhalten.
Das Strohner Märchen gehört, zusammen mit dem Römerberg, zum Naturschutzgebiet Pulvermaar. Dieses Gebiet hat eine Größe von rund 113 Hektar.

Parken:

Ein kleiner Parkplatz findet sich an der L 16 unterhalb des Pulvermaares. Von hier aus ist es nur ein kurzer Fußweg bis zum Strohner Märchen.


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