Willkommen im Gesundland Vulkaneifel

Landschaftstherapeutischer Park Bad Bertrich – Wo mich das Leben erwartet

Drei Wochen sind nun vergangen, seitdem ich im GesundLand Vulkaneifel meine neue Stelle angefangen habe. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht und wie gut ich mich bereits eingelebt habe. Ich bin wirklich beeindruckt von der schönen Vulkaneifel und der Vielfalt an Natur- und Landschaftserlebnissen, die man im GesundLand erleben kann…wenn man es denn möchte. Natürlich bin ich ein wenig umhergefahren, habe mich hier und da vorgestellt und versucht, selbst das ein oder andere Natur-/Landschaftserlebnis zu haben. Der Besuch im Landschaftstherapeutischen Park in Bad Bertrich hat mir dabei so gut gefallen, dass ich ihn euch nicht vorenthalten möchte.

Immer mittwochs um 15:00 Uhr startet an der Tourist Information Bad Bertrich die Führung durch den Römerkessel, in dem ein Landschaftstherapeutischer Park liegt, der vom Münchener Psychologen Reinhard Schober entwickelt wurde. Anita Otten, Landschaftsmentor und Entspannungscoach im GesundLand Vulkaneifel, leitet die wöchentliche Führung und begrüßt mich, meine Kollegin Kathrin und zwei Kurgäste an diesem Mittwoch zum Rundgang. Das Wetter könnte besser sein, es ist nasskalt und sowieso gibt es sicherlich bessere Jahreszeiten als den Winter, um eine Park-Besichtigung zu machen, denke ich, als wir durch die Fußgängerzone Richtung Römerkessel laufen. Über diesen Gedanken werde ich im Nachhinein noch den Kopf schütteln…

Als wir am Parkeingang ankommen, begrüßt uns Anita nochmals mit sehr warmen Worten zur Führung und mit ihr ein großer Torbogen im römischen Stil mit den Worten „Das Leben erwartet dich“. Ich werde irgendwie gleich neugierig und freue mich, den Park zu erleben. Denn das erklärt uns Anita gleich zu Beginn: Der Landschaftstherapeutische Park ist kein normaler Park, durch den man einmal durchrennt und sich danach ein Stück Kuchen im nächsten Café gönnt. Er ist bewusst mit einer psychologischen Intention entwickelt und gibt jedem, der sich darauf einlässt, die Möglichkeit, ein spezielles Naturerlebnis zu erlangen und für kurze Zeit vom Alltagsgeschehen abzuschalten. Ich beschließe, mich darauf einzulassen und folge unserer kleinen Gruppe durch den Torbogen zum ersten Garten.

Eingang zum Landschaftstherapeutischen Park Bad Bertrich

Parkeingang

Fürstengarten
Angelegt wie eine kleine Insel, mit einem Wassergraben rundherum, sieht der Fürstengarten trotz winterlicher Jahreszeit irgendwie prachtvoll aus. Und das soll er auch ausstrahlen, erklärt uns Anita, denn der Garten und die beiden Basaltfiguren von Kurfürst Clemens von Wenzeslaus und seiner Schwester Maria Kunigunde erinnern an das Bedürfnis nach Pracht und Glanz, das in jedem von uns schlummert. Sich einfach ab und zu mal etwas gönnen, „und wenn wir uns selbst einen Blumenstrauß kaufen, weil die Männer es mal wieder vergessen“, verdeutlicht Anita uns die Intention mit einem Augenzwinkern. Ich muss lächeln, erwische mich dabei, wie ich darüber nachdenke, wann ich die letzten Blumen geschenkt bekam und beschließe, mir später einfach einen Strauß zu kaufen. Während ich noch überlege, welche Blumen ich mir gönne, laufen wir weiter.

Fürstengarten im Landschaftstherapeutischen Park Bad Bertrich

Fürstengarten

Kräutergarten
Wir bleiben vor dem Kräutergarten stehen und erfahren, dass er wie eine menschliche Zelle aufgebaut ist. Durchzulaufen wäre für unsere Führung zu viel, denn diesen Garten muss man ganz langsam auf dem geschwungenen Feng-Shui-Pfad durchschlendern, dabei den Geruch der vielen verschiedenen Küchen- und Heilkräuter aufnehmen und einige Minuten im „Zellkern“ (dem kleinen weißen Holzpavillon in der Mitte des Gartens) verweilen. Auf dem Weg dorthin kommt man am Tassenschrank vorbei. Acht große Tassen, bepflanzt mit Kräutern, stehen drin – eine fehlt. „Manchmal ist es auch mal ganz ok, nicht alle Tassen im Schrank zu haben“, macht uns Anita den Sinn hinter diesem Schrank deutlich. Ich merke, wie ich mich richtig erleichtert fühle, dass sie das sagt. Denn man selbst fragt sich doch schon das ein oder andere Mal, ob das, was man da gerade so tut, nicht völlig verrückt ist, oder? Also, halten wir fest: In jedem von uns steckt das Bedürfnis auch schon mal aus der Reihe zu tanzen …und das ist auch gut so!

Entspannungs- und Lavagarten
Einige Meter weiter liegt der Entspannungs- und Lavagarten. Eine große Sanduhr, gefüllt mit Flüssigkeit, steht am Wegesrand. Ich drehe sie um und nehme auf einem der Waldsofas Platz. Mit Blick auf die kleine gestaltete Landschaft aus Lavasteinen vor mir, die durch den vor ca. 40.000 Jahren hier durchfließenden Lavastrom entstand,  wird mir bewusst, wie endlich eigentlich unser Leben im Vergleich zur Natur ist und wie wertvoll somit unsere Zeit. Jeder weitere Tropfen in der Uhr lässt mich mehr entspannen und ich könnte noch länger so liegen bleiben, wäre es nicht so kalt und würden die  anderen der Gruppe nicht auf mich warten. Ich muss unbedingt im Sommer nochmal wiederkommen.

Bewegungsgarten
Wir folgen dem Hauptweg und gelangen zum Bewegungsgarten. Ein Barfußpfad ist angelegt und lädt (bei wärmeren Temperaturen) dazu ein, die verschiedenen natürlichen Bodenbeläge zu erspüren und sich seines Körpers mal wieder bewusster zu werden. Auf der nebenliegenden Wiese trifft sich im Sommer oft eine Gruppe zum Qi Gong, erzählt uns Anita. Obwohl es ganz schön kalt ist, schweifen meine Gedanken ab, zu einem warmen Frühlingstag, an dem ich barfuß durch das weiche Gras laufe und mich mit ein paar Yoga-Übungen entspanne. „So schön, hier im Bewegungsgarten“, höre ich mich noch sagen, bevor mich meine Kollegin Kathrin wieder aus meinen Träumen holt. Wir spazieren weiter in Richtung Terrassengarten.

Bewegungsgarten im Landschaftstherapeutischen Park Bad Bertrich

Barfußpfad im Bewegungsgarten

Terrassengarten
Ein Weg mit vereinzelten Steinstufen schlängelt sich den Berg hinauf. Dieser Teil des Parks ist bewusst etwas wilder gestaltet, fordert uns zu Fantasie und kreativem Denken auf, so sagt es mir ein Zitat von Albert Einstein, das am Fuße des Weges auf einer Tafel geschrieben steht: „Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.“ Während mich der Weg nach oben zum stillen Garten führt, spüre ich die mystische Atmosphäre der verwilderten Natur.

Terrassengarten im Landschaftstherapeutischen Park Bad Bertrich

Terrassengarten

Stiller Garten
Eine weiteläufige Grünfläche, umrahmt von Obstbäumen und einem Rundweg, erwartet die Gruppe und mich auf der Anhöhe. Es wirkt beeindruckend auf mich und verleitet unbewusst zum Innehalten und still sein. Eine evangelische Kirche und ein Friedhof am Rande des Gartens verstärken dieses Bedürfnis in mir noch. Mit Blick auf die Gräber wird man sich plötzlich wieder seiner Endlichkeit bewusst und der Kostbarkeit jedes einzelnen Lebenstages. Der Rundweg wird auch Lösungsweg genannt, erläutert Anita, denn bereits in der griechischen Vergangenheit fanden die Philosophen oft durch Umhergehen die richtigen Lösungen. Auf den am Wegesrand aufgestellten Parkbänken sind kleine Spruchtafeln angeschlagen. Wir werden nicht alle lesen können während des Rundgangs, deshalb lässt uns Anita in ein kleines Säckchen greifen, in dem sie viele kleine Papierröllchen mit diesen Zitaten vorbereitet hat. „Man greift sich intuitiv immer das für sich passende“, ist sich der Landschaftsmentor und Entspannungscoach sicher. „Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen (Wilhelm Busch)“, steht auf meinem Zettel. Das muss ich erst einmal wirken lassen, während wir wieder in den Römerkessel hinabsteigen und die Führung am Fuße des Berges endet.

Stiller Garten im Landschaftstherapeutischen Park Bad Bertrich

Stiller Garten

Während ich mit Kathrin, Anita und den beiden Kurgästen Richtung Tourist Information zurückgehe, merke ich, wie ein Gefühl des Glücks in mir aufkommt. Ich freue mich darüber, dass ich in nur 60 Minuten an einem Mittwochnachmittag so viel tolle Natur erfahren durfte, meinem Körper durch Bewegung gutgetan habe und mir einige wichtige Dingen im Leben nochmals bewusster geworden bin. Glück entsteht also doch durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, egal, ob es draußen nasskalt und Winter ist.
Zurück am Ausgangspunkt verabschieden wir uns und es scheint, als geht jeder in irgendeiner Weise mit einer inneren Zufriedenheit seinen Weg. Ich mache mich auch auf den Weg …zum nächsten Blumengeschäft. Ich möchte mir doch noch was gönnen.

Über Valerie Rogge

Aufgewachsen in der schönen (Ost-)Eifel zog es mich nach meinem Abitur für Studium und erste Berufserfahrung an den Rhein - nach Köln. So sehr ich die rheinische Mentalität auch genossen habe, "meine" Eifel habe ich immer irgendwie vermisst und mich deshalb 2016 zur Rückkehr entschlossen. Hier im GesundLand Vulkaneifel fühle ich mich richtig wohl und habe im touristischen Online-Marketing meine Berufung gefunden.
Kategorie GesundLand Lieblingplätze, GesundLand Team unterwegs
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